Die effektivste Methode, um die traurige Lage unter den Mestizen ( Kinder aus Mischehen zwischen Indios und spanischstämmigen Weißen) am Ucayali-Fluss zu verbessern, ist die Ausbildung von fähigen Pastoren und Gemeindemitarbeitern. Sie sind die geistlichen Leiter und Trainer ihrer Gemeinden, die frische Impulse für Wachstum und Erneuerung in die Gemeinden bringen und die Bibel aktuell und verständlich erklären können. Sie sind diejenigen, die ihr Dorf und ihre Nachbardörfer mit dem Evangelium erreichen und neue Gemeinden gründen können.
Die Pastoren werden zu Führungspersönlichkeiten, die durch an der Bibelschule erworbenes Wissen den Lebensstandard ihres Dorfes entscheidend beeinflussen, und als Dorfvorsteher oder Dorfrichter positiv auf die Gesellschaft einwirken können. Sie werden zu Katalysatoren, wenn es darum geht, beim Kultusministerium für Gerechtigkeit für ihre Kinder zu kämpfen, wenn die Dorflehrer mal wieder eine Woche lang die Schule „schwänzen“. Sie werden zu Multiplikatoren, wenn es um das Anwenden neuer Agrarmethoden geht, die ertragreicher sind und schonend mit dem Regenwald umgehen.

Matthias:
"Wir vom Team Fluss-für-Christus möchten es den Flusspastoren ermöglichen, sich die Werkzeuge anzueignen, die sie für ihren Dienst in der Gemeinde benötigen. Dabei geht es nicht darum, ihnen löffelweise theologisches Wissen einzufüttern und ihren Glauben in ein westliches Schema zu pressen. Unsere Bibelschullehrer erarbeiten innovative, kulturell angepasste Kurse, in denen die Schüler herausgefordert werden, selbständig zu denken, sich kritisch mit ihrer Umwelt auseinanderzusetzen und ihre kolonialistisch verursachte Autoritätshörigkeit abzulegen. Die Unterrichte stellen immer wieder den praktischen Bezug her zwischen der Theologie und ihrem Alltag und ihrem Dienst in der Gemeinde."

"In drei Intensiv-Lehrgängen pro Jahr in Pucallpa lernen sie die Bibel auszulegen, indem die Lehrer sie dabei unterstützen, selber Antworten zu finden. Unsere Bibelschüler halten zahlreiche Lehr- und Predigtübungen, machen Seelsorge-Rollenspiele, Simulationen von evangelistischen Gesprächen, Trockenübungen von Taufen (aber im Wasser!), usw. Sie lernen auch wichtige Grundlagen, was sie selber tun können, um aus ihrer Armut herauszukommen."

"Durch die enge Gemeinschaft werden sie herausgefordert, in ihrem Glauben Schritte nach vorne zu tun. Deswegen wohnen auch viele der Lehrer im gleichen Zimmer mit den Bibelschülern. Mentoring / Jüngerschaft ist ein fester Bestandteil der Bibelschule. Auf unseren ausgedehnten Flussreisen (der Fluss ist 1200 km lang!) ermutigen wir die Leiter vor Ort und helfen ihnen, das Gelernte in die Praxis umzusetzen."
"Neben der Leitung des Fluss-für-Christus Teams beschäftigt mich auch die Ausbildung und Weiterbildung der Bibelschullehrer mit dem Ziel, dass sie eines Tages die Leitung der Bibelschule übernehmen."
"Ich lerne viel dazu, wenn ich meinen Dienst im Team Fluss-für-Christus Seite an Seite mit peruanischen Pastoren tue und in Kooperation mit einer Allianz von einheimischen Gemeinden in Pucallpa zusammenarbeite.
Es ist ihr ausdrücklicher Wunsch, dass wir Missionare diese Arbeit tun, die sie aus eigener Kraft noch nicht tun können, denn es herrscht ein chronischer Mangel an qualifizierten Mitarbeitern aufgrund der schlechten lokalen Bildungssituation, der unwegsamen Lage und der starken Abneigung der Peruaner gegen diesen Teil ihres Landes."
Rosemary:
"Neben unseren drei Kindern und dem Haushalt habe ich auch sonst alle Hände voll zu tun. Ausser meiner Mithilfe bei Fluss-für-Christus bin ich als Krankenschwester in der Gesundheitsarbeit engagiert. |
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Bibelschüler kommen mit Wunden, Würmern und anderen Krankheiten, die ich behandle und betreue. Auch viele andere Leute aus Pucallpa und Umgebung kommen, um medizinische Hilfe zu erhalten. Unsere Missionsgesellschaft organisiert jedes Jahr mehrere Ärzteteams aus den USA, die im Krankenhaus von Pucallpa und am Fluss arbeiten. Sie machen Operationen, Zahnbehandlungen und beheben Geburtsfehler.
Weil ich neben meinen medizinischen Kenntnissen auch die Sprache sehr gut kann, übernehme ich dabei oft das Dolmetschen."
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"In der peruanischen Gemeinde, zu der wir gehören, helfe ich mit, wo es am nötigsten erscheint: Ein Frauenhauskreis; eine Jugendgruppe (mit Themen wie Freundschaft, Liebe und Sex, bei denen sie zu Hause nur wenig oder gar keine Hilfe bekommen); ein Hauskreis für Ehepaare. Dabei geht es mir darum, neben dem eigentlichen Unterrichten und Leiten auch Peruaner auszubilden, die diese Gruppen nach einiger Zeit übernehmen." |
"Ich habe auch schon einen Erste-Hilfe-Kurs für Missionare unterrichtet, Neu-
bekehrte begleitet, neue Missionare eingeführt und ausgebildet, theologische Vorlesungen eines internationalen Bibelschulprogramms übersetzt und Klavierunterricht gegeben. Es wird nicht langweilig!"
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