Wir wohnen in Pucallpa, einer Kleinstadt, die direkt am Ucayali-Fluss liegt. Der Verkehr erscheint uns Westeuropäern chaotisch, für den Peruaner ist er ein unterhaltsames Geschicklichkeitsspiel.
Pucallpa hat tropisches Klima, so dass wir einige Dinge nur ganz selten oder gar nicht brauchen: Heizung, heiße Suppe und Hustensaft. Dafür brauchen wir umso mehr Deo, Dusche und Durstlöscher. Es ist einfach immer heiss. Die Mangos neben unserem Haus können wir zwei mal im Jahr ernten. Eine supersaftige Ananas, doppelt so gross wie in Deutschland, kostet einen halben Euro. Wir arbeiten sowohl in Pucallpa als auch draussen in den vielen Dörfern entlang des Ucayali-Flusses. Sobald man die Stadt verlässt, ist es so, wie man sich Urwald immer vorstellt. Alles ist grün, dauernd grün. Undurchdringlich. Schwül-heiss. Affen, Piranhas, Mosquitos, Vogelspinnen, Krokodile. Nur Strassen gibt's keine. Die Menschen dort leben vor allem vom Ackerbau und vom Fischfang.
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